
Heinsberger Momente
Heinsberg – einfach eine runde Sache!
Verschaff dir einen Überblick über die heute noch gut sichtbare Geschichte einer lebendigen Stadt. Nimm dir eine Stunde Zeit für einen sehenswerten und hörenswerten Überblick.

Das alte Amtsgericht ist heute Sitz der Stadtverwaltung. Errichtet wurde es 1788/1789 vom Stadtschultheißen Matthias Heinen (1749-1809), der auch für das aus dem Jahre 1804 stammende Neue Rathaus verantwortlich zeichnete. Beide Gebäude stehen in der städtebaulichen Tradition des Klassizismus.
Im 19. Jahrhundert residierten hier die Bürgermeister mit ihren Familien und den Verwaltungen. Bis 1969 fanden die Sitzungen des Amtsgerichtes im eigens dafür vorgesehenen klassizistischen Gerichtssaal statt. 1973 übernahm die Stadt Heinsberg die Räume für ihre eigenen Zwecke.
Die klassizistische Hausfassade mit den umlaufenden Sandsteinelementen wurde bei Restaurierungsarbeiten nachträglich korrigiert. Mit den beiden pilastergestützten “Barockfenstern” im Erdgeschoß und dem rustizierten Portal setzte der Baumeister Matthias Heinen unübersehbare Akzente.

Die St. Gangolf Kirche ist die größte Sehenswürdigkeit der Stadt Heinsberg. Das imposante Bauwerk beherrscht weithin sichtbar das Stadtbild, seine “Hochzeit” feierte es am 31. Oktober 1474 mit der Grundsteinlegung. Am 10. Oktober 1481 konsekrierte Dionysius von Rijkel, der Weihbischof von Köln, die Kirche.
Die dreischiffige gotische Hallenkirche enthält unzählige bemerkenswerte Kunstwerke. Die Besichtigung dauert in der Regel eine Stunde. Besonders erwähnenswert sind die zahlreichen spätgotischen Altäre, die Kirchenfenster, die alte Sakristeitür von 1472, das Wandgemälde aus dem frühen 16. Jahrhundert über dem Hauptportal und die moderne Orgel von 1959.
Leider wurde auch St. Gangolf im 2. Weltkrieg stark beschädigt, insbesondere die Südseite und der Turm wurden zerstört. Die Wiederaufbauarbeiten zogen sich bis in die 1960er Jahre hin. Die vollständige Restaurierung des Innenraums konnte erst 1996 abgeschlossen werden.

Vom ehemaligen Propsteihof ist nur noch das Torhogeschoss erhalten. Es stammt aus dem Jahr 1647 und beherbergte über Jahrhunderte hinweg die Prälaten und Würdenträger, die hier residierten.
Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut und diente zeitweise als Schule. Heute ist es ein Wohnhaus. Die charakteristische Sandsteinfassade mit dem Wappen über dem Portal zeugt von der einstigen Bedeutung des Propsteihofs.
Der Propst war der höchste geistliche Würdenträger in Heinsberg und spielte eine wichtige Rolle in der Stadtverwaltung. Das erhaltene Torhogeschoss gibt uns einen kleinen Einblick in diese bedeutende kirchliche Institution.

Das Schöffenkreuz auf dem Heinsberger Marktplatz ist ein bedeutendes historisches Monument. Es wurde 1510 errichtet und diente als Zeichen der Gerichtsbarkeit der Stadt.
An diesem Ort wurden im Mittelalter Urteile verkündet und manchmal auch vollstreckt. Das Kreuz symbolisierte die städtische Selbstverwaltung und die Macht der Schöffen, die als Richter fungierten.
Das heutige Kreuz ist eine Rekonstruktion, da das Original im Laufe der Jahrhunderte mehrfach beschädigt und erneuert wurde. Es erinnert uns an die lange Rechtstradition Heinsbergs.

Das von Mirbach'sche Haus ist eines der schönsten barocken Gebäude in Heinsberg. Es wurde im 18. Jahrhundert von der adeligen Familie von Mirbach erbaut und zeugt von deren Wohlstand und gesellschaftlichem Status.
Die prachtvolle Fassade mit ihren charakteristischen Barockelementen ist ein Blickfang in der Hochstraße. Das Gebäude wurde im Laufe der Zeit verschiedentlich genutzt und steht heute unter Denkmalschutz.
Die Familie von Mirbach spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte Heinsbergs. Ihr Wohnhaus ist ein beeindruckendes Beispiel für die Baukunst des Barockzeitalters in unserer Region.

Die Gäske-Brunnen sind kunstvolle moderne Brunnenanlagen, die das Stadtbild Heinsbergs bereichern. Sie wurden von dem Künstler Werner Gäske geschaffen und sind ein Beispiel für zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum.
Die Brunnen verbinden funktionale und ästhetische Elemente. Sie dienen nicht nur als Wasserspender, sondern auch als Treffpunkte und Orientierungspunkte in der Stadt.
Werner Gäske hat mit seinen Arbeiten einen wichtigen Beitrag zur modernen Stadtgestaltung Heinsbergs geleistet. Die Brunnen sind zu einem festen Bestandteil des Stadtbildes geworden.

Das Linnepschios ist ein historisches Gebäude in der Heinsberger Altstadt, dessen Name auf die ehemalige Nutzung als Leinenweberei hinweist. “Schios” ist der mundartliche Ausdruck für Schoss oder Werkstatt.
Das Gebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist ein typisches Beispiel für die Handwerkerhäuser jener Zeit. Die Leinweberei war ein wichtiger Wirtschaftszweig in Heinsberg.
Heute steht das Linnepschios unter Denkmalschutz und erinnert an die handwerkliche Tradition der Stadt. Es ist ein authentisches Zeugnis der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Heinsbergs.

Der Gedenkort erinnert an die ehemalige Synagoge der jüdischen Gemeinde Heinsberg, die in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstört wurde. An dieser Stelle stand das Gotteshaus der jüdischen Mitbürger.
Die jüdische Gemeinde in Heinsberg hatte eine lange Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war sie ein wichtiger Teil des städtischen Lebens.
Der Gedenkort mahnt uns, die Vergangenheit nicht zu vergessen und für Toleranz und Menschlichkeit einzutreten. Er ist ein wichtiger Ort des Erinnerns und der Versöhnung.

Das Grüne Haus verdankt seinen Namen der charakteristischen grünen Fassade, die es von anderen Gebäuden in der Umgebung abhebt. Es ist ein bemerkenswertes Beispiel für die bürgerliche Architektur des 19. Jahrhunderts.
Das Gebäude wurde von wohlhabenden Bürgern bewohnt und spiegelt den wirtschaftlichen Aufschwung wider, den Heinsberg im 19. Jahrhundert erlebte. Die gut erhaltene Fassade zeigt typische Stilelemente jener Epoche.
Heute steht das Grüne Haus unter Denkmalschutz und ist ein fester Bestandteil des historischen Stadtbildes. Es erinnert an die bürgerliche Kultur und den Wohlstand vergangener Zeiten.

Die evangelische Christuskirche wurde im frühen 20. Jahrhundert erbaut und ist das Gotteshaus der evangelischen Gemeinde in Heinsberg. Sie steht in der Tradition des neugotischen Baustils.
Die evangelische Gemeinde entstand im 19. Jahrhundert, als sich nach der Reformation zunehmend Protestanten in der traditionell katholischen Stadt niederließen. Die Kirche ist ein Zeichen für die religiöse Vielfalt Heinsbergs.
Die Christuskirche ist ein wichtiger Ort des evangelischen Gemeindelebens und steht für ökumenische Offenheit. Sie bereichert das religiöse und kulturelle Leben der Stadt.

Der Burg- und Kirchberg ist der historische Kern der Stadt Heinsberg. Hier befand sich ursprünglich die Burganlage, die der Stadt ihren Namen gab und um die herum sich die Siedlung entwickelte.
Von der mittelalterlichen Burg sind heute nur noch wenige Reste erhalten. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstört und wiederaufgebaut. Die strategisch günstige Lage auf dem Berg machte diesen Ort zum Zentrum der Herrschaft.
Heute prägt die St. Gangolf Kirche den Kirchberg. Der Burgberg bleibt jedoch ein bedeutender historischer Ort, der an die Anfänge der Stadt erinnert und einen herrlichen Blick über die Umgebung bietet.